2026–07–01T12:06:40GMT+0200
Himbeere

Frische Schweizer Himbeeren sind meist von Juni bis September erhältlich, die Hauptsaison der Sommerhimbeeren liegt im Juli. Sie entwickeln ihr volles Aroma am Strauch und reifen nach der Ernte kaum nach. Das macht sie so empfindlich und erklärt, weshalb vollreif geerntete Schweizer Himbeeren besonders intensiv schmecken.

Anders als viele unserer Kulturpflanzen wurde die Himbeere nicht aus fernen Regionen eingeführt. Sie wächst bis heute wild in der Schweiz und ist in weiten Teilen Europas und Asiens heimisch. In der Natur findet man sie vor allem an Waldrändern, auf Lichtungen und dort, wo Stürme, Lawinen oder andere Ereignisse den Wald geöffnet haben. Die Pflanze liebt Licht und erscheint oft dort, wo neue Lebensräume entstehen.

Himbeere

Botanisch gehört Rubus idaeus zu den Rosengewächsen. Neben den klassischen Sommerhimbeeren werden heute auch Herbsthimbeeren angebaut, die bereits an den jungen Trieben desselben Jahres Früchte tragen und die Saison bis in den Herbst verlängern. Die einzelnen Ruten des ausdauernden Halbstrauchs leben meist zwei Jahre. Während die jungen Triebe heranwachsen, tragen die älteren Früchte und sterben danach ab. So erneuert sich die Pflanze laufend selbst. Die weissen Blüten erscheinen über mehrere Wochen hinweg und werden von zahlreichen Wildbienen und anderen Insekten besucht.

Der botanische Name Rubus idaeus verweist auf den Berg Ida in Kleinasien. Namensgeber war der römische Naturforscher Plinius der Ältere, der die Himbeere als «Idäische Brombeere» bezeichnete. Bereits lange bevor die Himbeere in unseren Gärten kultiviert wurde, sammelten Menschen ihre Früchte in der Natur. Archäologische Funde deuten darauf hin, dass Himbeeren bereits in der Steinzeit genutzt wurden. Im Mittelalter fand die Himbeere dann ihren Weg in die Klostergärten. Dort schätzte man nicht nur die Früchte, sondern auch die Blätter. Diese wurden getrocknet, als Tee verwendet und in Hausapotheken aufbewahrt. Die heute bekannten Himbeerblättertees, die etwa zur Geburtsvorbereitung genutzt werden, knüpfen also an eine lange Tradition an.

Botanisch betrachtet ist die Himbeere übrigens keine Beere. Die Frucht besteht aus vielen kleinen Steinfrüchtchen und wird deshalb als Sammelsteinfrucht bezeichnet. Beim Pflücken löst sie sich vom Fruchtboden, der an der Pflanze zurückbleibt. Dadurch entsteht der typische Hohlraum im Inneren der Frucht.

Die Nutzung der Himbeere hat sich über die Jahrhunderte erstaunlich wenig verändert. Noch heute wird sie frisch gegessen, zu Desserts, Sirup oder Konfitüre verarbeitet und so für die kalte Jahreszeit haltbar gemacht. Viele Schweizer Produzentinnen und Produzenten frieren ausserdem einen Teil der Ernte direkt nach dem Pflücken ein. So bleibt das Aroma oft sogar besser erhalten als bei frischen Importhimbeeren, die längere Transportwege zurücklegen müssen.

Dabei schmeckt die Himbeere bereits so gut und hat diese intensive Süsse, dass jeder Zusatz zu viel ist.

Himbeere hautnah
Himbeere hautnah
Rezept Sommerzvieri

Das Sommerzvieri aus meiner Kindheit ist an Schlichtheit nicht zu übertreffen und doch etwas vom Besten, das man bei hohen Temperaturen geniessen kann:

Joghurt mit frischen (oder gefrorenen) Himbeeren, und wer mag, gibt etwas flüssigen Waldhonig dazu.

Himbeerjoghurt Sommerzvieri

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