2026–06–10T15:24:36GMT+0200
Fragerunde Musiker Marc Tschanz

Wie sieht dein Kühlschrank aus – eher Hofladen oder Tiefkühlpizza?
Je nach Bedarf. Ich habe eigentlich immer nur so viel im Kühlschrank, wie ich auch wirklich zu Hause bin. Die Menüs sind ziemlich genau abgezählt. Und drin ist einfach das, worauf ich gerade Lust habe. Das schwankt irgendwo zwischen Hofladen und Tiefkühlpizza.

Was steht garantiert immer im Kühlschrank?
Bier. Obwohl ich gar keinen Alkohol mehr trinke. Es steht einfach dort und wartet darauf, irgendwann einmal von irgendjemandem getrunken zu werden.

Wann dachtest du zuletzt: «Lieber nicht zu genau wissen, woher das kommt»?
In Madagaskar. Ich hatte einen Teller mit Poulet und Reis vor mir – und das Poulet war bis auf den Knochen blau. Das war tatsächlich das einzige Mal in meinem Leben, dass ich einen Teller nicht leer gegessen habe.

Fragerunde Musiker Marc Tschanz

Fleisch – Genuss, Gewohnheit oder schlechtes Gewissen?
Eine Mischung aus allem. Früher war Fleisch einfach selbstverständlich. Heute macht man sich schon mehr Gedanken darüber. Und aus Gewohnheit esse ich vermutlich manchmal noch zu viel davon. Aber geniessen tue ich es trotzdem.

Worauf achtest du beim Einkaufen wirklich?
In erster Linie darauf, dass die Produkte aus der Schweiz kommen. Und dann – ganz ehrlich – spielt für mich auch der Preis eine wichtige Rolle.

Bio aus Spanien oder konventionell vom Nachbarn?
Dann lieber konventionell vom Nachbarn.

Wer hat dich kulinarisch geprägt?
Sicher meine Eltern. Und dann mein Chef im dritten Lehrjahr. Der hat einfach sämtliche Essensreste zusammengemischt und Curry darübergestreut. Seine Philosophie war: Mit Curry schmeckt alles.

Fragerunde Musiker Marc Tschanz
Fragerunde Musiker Marc Tschanz

Was war dein grösster Küchenunfall?
Mit zehn oder zwölf wollte ich meine Familie mit selbst gemachtem Pudding überraschen. Am Ende stand eher eine warme Vanillesuppe auf dem Tisch.

Und später wollte ich einmal Cervelat-Salat machen. Ich bin extra noch an die Tankstelle gefahren und habe völlig überteuert Cervelats gekauft. Zu Hause habe ich alles vorbereitet – nur eines vergessen: die Cervelats zu schälen. Das Resultat war eher ein Überlebensprojekt als ein Salat.

Welche Zutat wird deiner Meinung nach unterschätzt?
Wenn jemand wirklich gut kochen kann, kann man aus fast allem etwas Gutes machen. Unterschätzt werden heute aber vor allem Innereien und Fleischstücke, die früher selbstverständlich verwendet wurden – die heute kaum noch jemand kennt, geschweige denn weiss, wie man sie richtig zubereitet. Dabei steckt oft gerade darin besonders viel Geschmack.

Fragerunde Musiker Marc Tschanz

Weisst du, woher dein Frühstück heute Morgen kam?
Neben einem italienisch gerösteten Kaffee gab es nichts. Auf das Frühstück verzichte ich meistens – ein Kaffee zum Zmorge reicht mir völlig.

Du hast selbst die Ausbildung zum Landwirt gemacht. Was unterschätzen Menschen an der Landwirtschaft am meisten?
Eigentlich fast alles. Die Arbeit, die Verantwortung, das Unternehmertum, die Büroarbeit und die vielen Stunden, die dahinterstecken. Viele können sich gar nicht vorstellen, was alles dazugehört.

Was könnten Städterinnen und Städter von Landwirten lernen?
Dass Lebensmittel nicht einfach selbstverständlich auf dem Teller landen.

Welche landwirtschaftliche Arbeit würde dir heute noch liegen?
Definitiv die Tierhaltung. Das lag mir schon immer mehr als der Ackerbau.

Und was eher nicht?
Komplexer Ackerbau.

Fragerunde Musiker Marc Tschanz
Fragerunde Musiker Marc Tschanz

Welche Kriterien muss ein Landwirt erfüllen, damit du seine Produkte kaufen würdest?
Die Schweizer Standards reichen mir grundsätzlich aus. Es muss nicht zwingend Bio sein. Die Vorschriften hier sind streng genug. Wenn sie gewissenhaft eingehalten werden, passt das für mich.

Entweder oder:

Schokolade oder Chips?
Chips.

Fleisch oder Gemüse?
Fleisch.

Hund oder Katze?
Hund.

Eigenes Huhn oder eigener Gemüsegarten?
Huhn. Wobei es vermutlich kein besonders verwöhntes Huhn wäre.

Kuh oder Pferd?
Kuh.

Lieber melken lernen oder ein Galadinner moderieren?
Melken.

Lieber Traktorrennen fahren oder an einem Kochwettbewerb teilnehmen?
Traktorrennen. Da hätte ich wenigstens eine Chance zu gewinnen.

Lieber einen Tag als Landwirt oder einen Tag als Bundesrat?
Selbstverständlich als Landwirt.

Fragerunde Musiker Marc Tschanz

Welche Erinnerung an Essen aus deiner Kindheit ist geblieben?
Ein grosses Blech voller Kuchen. Apfel-, Rhabarber-, im Allgemeinen Früchte- und Gemüsekuchen – alles mit eigenem Obst und Gemüse gemacht.

Hast du eigentlich Pflanzen, die bei dir überleben?
Ja, tatsächlich zwei Orchideen. Die habe ich von meinem Grossvater bekommen – und sie leben seit einigen Jahren erstaunlich gut.

Welches Gemüse beschreibt deinen Charakter am besten?
Das Rüebli. Bodenständig und knackig, kann aber auch weich und fein sein. Jeder kennt es – aber nicht jeder weiss wirklich, was man damit anfangen soll.

Fragerunde Musiker Marc Tschanz

Zurzeit plant Marc Tschanz seine nächste Tour «Heavy Örgeli 2.0», die im kommenden Frühjahr startet. Gleichzeitig arbeitet er an einem nächsten grossen Projekt: CH12. Dabei stehen die Schönheit und die kulturelle Vielfalt der Schweiz im Mittelpunkt. Das Projekt soll zeigen, was unser Land so einzigartig macht. Ein dazugehöriges Album ist für Ende 2027 geplant.

Aufgewachsen auf einem Milchwirtschaftsbetrieb im Berner Jura, absolvierte Marc Tschanz die Ausbildung zum Landwirt EFZ – heute ist er als Musiker schweizweit unterwegs. Den elterlichen Betrieb führt inzwischen ein ehemaliger Schulkollege als Pächter weiter.

Er zählt zu den innovativsten und vielseitigsten Schwyzerörgeli-Musikern der Schweiz. Durch die Verbindung traditioneller Volksmusik mit modernen Einflüssen hat er sich weit über die Volksmusikszene hinaus einen Namen gemacht. Zu den Höhepunkten seiner bisherigen Karriere gehören der Gewinn des Kleinen Prix Walo, zahlreiche Konzerttourneen sowie erfolgreiche Eigenproduktionen wie «Örgeli House» und «Heavy Örgeli», die Tradition und Moderne auf einzigartige Weise verbinden.

marc-tschanz.com

 

 


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