2023–12–13T10:20:54GMT+0100

Die ist in der Schweiz stark spezialisiert. Es gibt Zuchtbetriebe, auf denen die Muttersauen, oder im Dialekt auch Mooren, gehalten und Mastferkel produziert werden, sowie die Betriebe, auf denen die Ferkel anschliessend gemästet werden. Von der Geburt eines Mastferkels bis zur Schlachtung dauert es fünf bis sechs Monate.

Eine Muttersau ist drei Monate, drei Wochen und drei Tage lang trächtig. Dann bringt die Sau durchschnittlich 13 Ferkel zur Welt, die sie je nach Produktionssystem vier bis sechs Wochen lang säugt. Anschliessend werden die Ferkel von der Mutter getrennt, und diese kommt in den Deckstall, wo sie, sobald sie rauschig ist, wieder belegt wird, wie es im Fachjargon heisst. Denn beim Schwein gilt: Nach der Geburt ist vor der Geburt. Zur Stimulation der Rausche kommt ein Eber zum Einsatz. Besamt wird eine Muttersau künstlich mit Frischsperma aus dem Beutel.

In der Schweiz wird immer weniger Schweinefleisch gegessen. Aktuell liegt der Konsum bei 20,7 Kilo pro Person und Jahr. Schweinefleisch wird gerne grilliert, und darum ist die Nachfrage im Frühling und Vorsommer besonders gut und geht erfahrungsgemäss während der Sommerferienzeit zurück. In dieser Zeit braucht es darum weniger schlachtreife Mastschweine und damit dem so ist, müssen die Muttersauen zur richtigen Zeit gedeckt werden.

Ein Hilfsmittel dafür ist eben der Moorenbarometer, der den Schweineproduzentinnen aufzeigt, wann die Belegungen der Muttersauen erwünscht sind und wann nicht. So steht die Ampel von Mitte September bis Ende Januar auf Rot. Wird eine Moore dann besamt, sind ihre Ferkel in der saisonal schwierigsten Absetzperiode schlachtreif.

«Es ist ein Ampelsystem zur Mengensteuerung in der Schweineproduktion.»


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