Der «Tagesschau»-Moderator erzählt unter anderem von seinem Favoriten auf dem Bauernhof und seinen Frühstücksgewohnheiten.
Genau das «Wilde» macht Bio aus.
Text ― Michelle Wüthrich
Bilder ― SRF/Gian Vaitl

20 Fragen an Michael Rauchenstein
Welches Bauernhoftier hättest du gern als Haustier?
Am liebsten hätte ich einen Hund. Es ist wohl kaum jemand im Leben so treu wie ein Hund. Wenn ich auswählen könnte, würde ich mich für einen Appenzeller Sennenhund oder einen Labrador entscheiden.
Land oder Stadt und warum?
Zurzeit Stadt. Ich bin zwar auf dem Land aufgewachsen und habe während meiner Kindheit auch viel Zeit auf dem Bauernhof meiner Grosseltern verbracht. Ich liebe die Natur. In der Stadt geniesse ich allerdings eine Anonymität, die ich auf dem Land nicht habe. Zudem ist in der Stadt alles etwas näher – und die Auswahl an Bäckereien und Restaurants gefällt mir in Zürich ausserordentlich gut.
Fleisch oder Gemüse?
Gemüse. Mit Kreativität kann man ein buntes Menü kochen.
Käse oder Gemüse?
Käse. Mein Papa hat die letzten Jahre mit seinen Freunden eigenen Bergkäse hergestellt. Eine andere Antwort würde er daher nicht akzeptieren. 😊
Käse oder Fleisch?
Auch Käse. Im Winter vor allem bei einem feinen, rezenten Fondue mit Freundinnen und Freunden. Im Sommer einfach auf einem frischen Brot vom Bäcker. Bei mir im Kühlschrank gibt es eigentlich nur Hartkäse – und je rezenter, desto besser.

Was isst du zum Frühstück?
Seit ein paar Jahren esse ich fast jeden Morgen ein frisches Porridge mit Milch. Dazu gibt es Chia- oder Leinsamen, frische Beeren und ein bisschen Erdnussbutter. Am Wochenende darf es dann gerne auch ein Stück Zopf sein. Am liebsten selbst gemacht. Das ist aber leider selten geworden. Zuletzt habe ich während meiner Zeit in Brüssel, von 2020 bis Ende 2022, selbst Sonntagszopf gebacken.
Was isst du am liebsten zum Znacht?
Während der Arbeitswoche darf es etwas Einfaches sein, da ich meist erst spät zu Hause bin und vor der «Tagesschau»-Moderation nichts esse. Oft reichen mir ein paar Knäckebrote und Spiegeleier. Wenn ich mehr Zeit habe, koche ich gerne eine frische Gemüsesuppe oder mal ein feines Thai-Curry.
Welches Gemüse wärst du?
Wahrscheinlich eine Zwiebel. Sie ist vielseitig einsetzbar in der Küche – aber auch unangenehm, wenn man sie nicht nett behandelt. Um an ihren Kern zu kommen, muss man erst – oft etwas mühsam – einige Schichten abstreifen. Und in Grossmutters Hausmedizin hat sie bei Grippe nach wie vor einen festen Platz.

Bio oder konventionell?
Bei einer Auswahl von Produkten entscheide ich mich für das Bioprodukt. Grundsätzlich schaue ich mir aber in erster Linie das Gemüse an. Wenn es frisch und «gesund» aussieht, ist mir das Etikett weniger wichtig.
Bio oder regional?
Regional. Es ist mir wichtig, dass Lebensmittel keinen zu langen Weg an den Marktstand oder in den Laden haben. Ausserdem unterstütze ich mit meinem Einkauf auch gerne die Bäuerinnen und Bauern aus der Region als Importprodukte aus dem Ausland.
Bio im Plastik oder konventionell ohne Plastik?
Schon lieber ohne Plastik. Es muss aus meiner Sicht auch nicht alles perfekt abgepackt oder portioniert sein. Genau das «Wilde» macht Bio aus.
Bio aus Spanien oder konventionell vom Nachbarn?
Definitiv vom Nachbarn. Das Warten lohnt sich – zum Beispiel bis zum späteren Frühling, um dann die frischen Erdbeeren vom nächstgelegenen Bauernhof zu geniessen.
«Ein ‹Swifty› bin ich nicht.»
Kuh oder Pferd?
Pferd. Als Kind bin ich ein paar Jahre lang regelmässig ausgeritten. Auf dem Rücken eines Pferdes zu sitzen und durch die Natur zu galoppieren – das war einfach herrlich und eine schöne Erinnerung.
Hund oder Katze?
Ich habe mich ja bereits bei der ersten Frage für den Hund entschieden. Katzen mag ich aber auch sehr. Ihre Eleganz ist nicht zu übertreffen.
Bist du schon mal Traktor gefahren? Wenn ja, wo und wann?
Ich bin schon mehrfach auf einem Traktor mitgefahren. Bei meinem Onkel konnte ich mit dem Ladewagen mitfahren, später auf dem Traktor auf dem Betrieb mit den Pferden. Ob ich selbst gefahren bin? Daran kann ich mich leider nicht erinnern – wahrscheinlich eher nicht.
Trauffer oder Taylor Swift?
Ganz klar: Taylor Swift. Ich mag schon seit meiner Kindheit amerikanische Popmusik. Ein «Swifty» bin ich zwar nicht, aber ihre Lieder und ihre Liveperformance gefallen mir richtig gut. Bei ihrem Konzert in Zürich war ich dabei. Ein super Erlebnis.
Dein Kühlschrank: eher Bauernmarkt oder Tiefkühlpizza?
Bauernmarkt – meistens kaufe ich aber im Supermarkt ein. Tiefkühlprodukte gibt es praktisch keine in meinem Kühlschrank.


Wenn du einen Tag Landwirt wärst – was würdest du tun?
Am frühen Morgen würde es zuerst einmal «Ribbeli» geben – meine Grossmutter hat das jahrelang für die ganze Familie gekocht. Im Stall würde ich mich, in Begleitung meines Hundes, um die Pferde kümmern: Stall misten, Fell pflegen und ausreiten. Danach würde ich zur Heugabel greifen und «heuen». Das habe ich als Kind schon gemacht. Also, die Älteren der Familie haben das gemacht, und wir Kinder konnten in den Ställen oder in den Bachbetten spielen. Der Duft von Heu – gibt es etwas Besseres?
Schokolade oder Chips?
Schokolade. Ich kann «Schoggi» in allen Varianten und Formen essen. Ehrlich gesagt gibt es auch fast jeden Abend ein «Reiheli» vor dem Fernseher – darauf kann ich einfach nicht verzichten.
Woran arbeitest du gerade?
An meinen Italienisch-Vokabeln. Ich lerne seit einiger Zeit Italienisch und erweitere gerade meinen Wortschatz, um erste Gespräche führen zu können. Das Bestellen in der Pizzeria funktioniert schon ziemlich gut. Vorrei una pizza, per favore.
Michael Rauchenstein ist seit August 2022 Moderator der Hauptausgabe der «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens und arbeitet für die SRF-Nachrichtensendungen als Auslandredaktor. Vor seiner Tätigkeit in Zürich war er als EU- und Benelux-Korrespondent für SRF in Brüssel stationiert. Frühere Arbeitsstationen waren Radio Top in Winterthur und das Zentralschweizer Fernsehen Tele 1 in Luzern. Rauchenstein ist in Lachen SZ aufgewachsen und hat an der Universität Luzern Politikwissenschaften und Soziologie mit Bachelor studiert. Sein Masterstudium absolvierte er an der Freien Universität Berlin in Politikwissenschaften. Neben seiner Tätigkeit beim Schweizer Fernsehen moderiert Michael Rauchenstein Podiumsdiskussionen und Gespräche.