2025–12–15T19:33:00GMT+0100

Jurypräsidentin Madeleine Kaufmann überreichte Michael Kipfer die Preisurkunde.

 

Jury-Präsidentin Madeleine Kaufmann fokussierte in ihrer Lobrede auf Biolandwirt Michael Kipfer auf den Boden als den wahren Schatz eines landwirtschaftlichen Betriebes.

Ausgeglichener Wasserhaushalt

Auf dem Biohofacker werde mit Dammkultur gearbeitet, das bringe eine bessere Durchlüftung und einen ausgeglichenen Wasserhaushalt. Er habe schon vor Jahren den Prototyp einer Dammkulturmaschine angeschafft. «Zweitens nutzt Michael Kipfer Pflanzenkohle. Sie verbessert die Wasserspeicherfähigkeit der Böden, stärkt sie gegen Trockenperioden und fördert die Humusbildung», so Kaufmann.

Er stelle die Kohle selbst her mit seiner Pyrolyseheizung, die aus Holzschnitzeln vom eigenen Wald Wärme für zwei Häuser und sechs Tonnen Pflanzenkohle im Jahr liefert. Im Jahr 2021 habe er den Prototyp einer Pyrolyseheizung angeschafft.

 

 

Regenerativ im Bio-Landbau, wo Glyphosat verboten ist

Kipfer sagte, ihm sei es wichtig, regenerativ zu bauern. Damit zielt der 40-Jährige vor allem darauf, den Boden weniger zu bearbeiten. Die ersten Versuche seien misslungen. Jetzt sei er zusammen mit Simon Jöhr vom Inforama auf dem Weg, das verbinden zu können. Bio-Suisse-Präsident Urs Brändli ergänzte sinngemäss, dass konventionelle Betriebe es im regenerativen Anbau einfacher hätten, weil sie mit einem Herbizid (Glyphosat) den Acker «sauber» spritzen könnten.

Simon Jöhr war vor Ort und wurde auf Glyphosat angesprochen und erzählte einige sehr negative Dinge über dieses Mittel. Er illustrierte mit einer Spatenprobe den Unterschied in der Bodenbeschaffenheit eines Feldes von Kipfer, das er seit zwei Jahren biologisch bewirtschaftet. Das ist neu angetretenes Land, denn seine Eltern Anton und Vreni Kipfer (sie war Mitte-Grossrätin) stellten den Hof schon im Jahr 1996 auf Bio um. Als Vergleich diente eine Spatenprobe von einem aktuell konventionell bewirtschafteten Feld, das Kipfer ab dem 1. Januar bewirtschaften wird. «Der von Kipfer bewirtschaftete Bioboden ist krümeliger, das ist besser», so Jöhr vor den Medien. 

 

Zeigt das Innovationspotenzial

Die 13 für den Grand Prix Bio Suisse eingereichten Projekte waren auch dieses Jahr von eindrücklicher Qualität, wie Bio Suisse schreibt. Dies unterstreiche die Innovationskraft der Bio-Branche. Bei den meisten Projekten gehe es um Lösungen, die über den Tellerrand hinausblickten, bestehende Strukturen hinterfragten und zukunftsfähige Wege aufzeigten.

Mit dem Förderpreis «Grand Prix Bio Suisse» wird am Beispiel der Preisträgerin oder des Preisträgers das Innovationspotenzial der Bio-Branche aufgezeigt und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Jury (Madeleine Kaufmann, Nadine Masshardt, Clemens Rüttimann, Urs Guyer, Daniel Salzmann) bewertet die Kriterien Innovationsstärke, Relevanz Bio-Produktion, regionaler, ökologischer und gesellschaftlicher Nutzen, Zukunftschancen sowie PR-Potenzial. Der Preis ist mit 10’000 Franken dotiert. Michael Kipfer wird das Geld in die neue vollautomatische Pyrolyse-Heizung stecken, die im nächsten Frühling den Prototyp ablösen soll, den er in den letzten fünf Jahren genutzt hat.

biohofacker.ch


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